Telefonseelsorge Düsseldorf

Telefonseelsorge Düsseldorf

Ende der 1950er Jahre erreicht Deutschland aus England kommend die Gründungswelle der Telefonseelsorge als niedrigschwelliges Gesprächsangebot angesichts schwerer Lebenskrisen

„Bevor Sie sich umbringen, rufen Sie an.“ So unverblümt und offen luden die Gründungsmütter und -väter aus Medizin und Kirche Menschen mit Suizidgedanken und -absichten zu einer Kontaktaufnahme ein. Aus diesem Seelsorgeangebot zur Suizidprävention ist 60 Jahre später ein weltweites Netz von Telefonseelsorge-Stellen und Krisentelefonen geworden – in Deutschland mit rund 7500 qualifizierten ehrenamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorgern an mehr als 100 Orten.
In Düsseldorf nehmen gegenwärtig rund 110 Seelsorgerinnen und Seelsorger mehr als 20.000 Anrufe im Jahr entgegen. Hinzu kommen Hunderte Seelsorgemails und -chats.

Was passiert im Schutzraum der Telefonseelsorge?
Da hört mir jemand interessiert und anteilnehmend zu, ohne vorschnell zu bewerten, zu deuten, zu raten. Da hält jemand mit aus – all das Unveränderliche. Da redet mir jemand mein Problemerleben nicht klein. Da hält mich jemand aus: mit meiner Angst, meiner Inkonsequenz, meinen Verrücktheiten, mit meiner Wut und Aggression. Und all das im Schutz der Anonymität, unbefangen und weniger verwickelt als die Menschen im näheren Umfeld.

Auf wen treffe ich in der Telefonseelsorge?
Auf lebenserfahrene Frauen und Männer, die bereit sind, sich ihre Lebenserfahrung noch einmal anzuschauen, bevor sie vorschnell für andere hilfreich sein wollen. Auf Menschen, die nicht selten verändert und gestärkt durch eine eigene Krise gegangen sind. Auf Menschen durchaus aus Sozialberufen, aber auch aus beruflichen „Gegenwelten“. Nicht zuletzt auf Menschen, die bereit sind, sich für ein Ehrenamt einer intensiven Ausbildung zu stellen.